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Jugendfußball - Spielpaarungen Zumutung für Spieler, Trainer, Betreuer und Begleiter


Von Michael H. Schmitt

Zweifelsohne haben die Verbände, allen voran der Verbands Fußball Ausschuss (VFA) des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW) alljährlich bei der Festlegung von Spielpaarungen in der Fußballjugend viel zu tun. Dort gilt es, Wünsche der einzelnen Vereine genauso zu berücksichtigen wie Erfordernisse für einen ordentlichen Ligabetrieb. Vordergründig geht es um Ausgewogenheit, Machbarkeit und Spielklassen/Spielpaarungen. Doch was an manchen Liga-Spieltagen geschieht, ist für die Vereine nicht mehr nachvollziehbar. Hier werden fußballbegeisterte Kinder, Eltern und Betreuer ohne Not an die Grenzen der Machbarkeit gebracht. Manch angesetzte Spielpaarungen lassen jegliche Feinfühligkeit bei der Zusammensetzung vermissen.

Zur Verdeutlichung hier (nur) ein Beispiel aus dem Vereins-Alltag: Die E2-Jugend des SV Burlo 1949 e.V. hatte am 29.09.2017 laut Statuten ein Meisterschaftsspiel beim Gastgeber SV Altendorf-Ulfkotte e.V. auszutragen. Spielbeginn: 18:00 Uhr.

Altendorf-Ulfkotte? Wo liegt das denn? Wo müssen wir denn da hin und wann müssen wir uns treffen? Nur einige der Fragen innerhalb der WhatsApp-Gruppen, die in jeder Mannschaft heute als Kommunikationsmittel eingesetzt werden. Die Antworten ließen auf sich warten, denn tatsächlich musste der ein oder andere erst einmal Google-Maps aufsuchen, um zu begreifen, dass der Verband den Kindern im Alter von gerade einmal neun Jahren eine Entfernung zum Fußballplatz zumutet, die einen PKW-Fahrdienst auf den Plan rufen musste. Der Fahrzeugtross, von Eltern in Eigenregie organisiert, startete dann um 16:30 Uhr, um rechtzeitig auf dem Sportgelände des SV Altendorf-Ulfkotte einzutreffen. 35 km Hinfahrt, zwei Mal 25 Minuten Fußball spielen, duschen und anschließend die 35 km Rückreise antreten. Eintreffen am Heimatstandort: Irgendwo zwischen 20 und 20:30 Uhr. Bis dahin blieb kaum Zeit für eine Mahlzeit, keine Ruhezeit zwischen Schulende und Start zum Sport. Dieses Beispiel steht stellvertretend für sehr viele nicht nachvollziehbare Planungen der Verbände.

Liebe Verantwortliche in den Entscheidungsgremien: Geht bitte zukünftig bei der Zusammensetzung der Spielpaarungen verantwortlicher mit Euren Befugnissen um. Allein in einem Umkreis von 10 Kilometern um die Gemeinde Borken-Burlo gibt es so viele Sportvereine und Fußballplätze, die unsere Kinder mit dem Fahrrad oder gar zu Fuß

erreichen könnten. Mutet unseren Kindern und auch den Eltern, ehrenamtlichen Trainern und Betreuern nach Möglichkeit zukünftig solche Exkursionen nicht mehr zu. Und wenn es gar nicht anders geht (was hier für kaum wahrscheinlich gehalten wird), dann terminiert die Spiele kind- und jugendgerecht, nicht aber auf einen Freitagabend.

Bei allem Verständnis für Eure sicherlich wichtigen Aufgaben im Breitensport, vergesst zukünftig bitte nicht, dass die Kinder und Jugendlichen in den Vereinen auch in den kommenden Jahren Eure Daseinsberechtigung sind. Wir erwarten deshalb von Euch ein verantwortungsbewusstes Verhalten, so wie Ihr auch eine ordentliche und zukunftsorientierte Arbeit in den Vereinen erwarten könnt. Gäbe es für Fehlverhalten im Verband ähnliche Strafen wie für die Vereine, die z.B. Ergebnisse und Torschützen nicht zeitgerecht das DFB-Net eintragen, müsstet Ihr zur Wiedergutmachung nun ziemlich tief in die Kasse greifen.

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